08.02.2010
Sieh an, sieh an
13:31 Veröffentlicht in Allerleier | Permalink | Kommentarstatus (4) | Per Email verschicken
04.02.2010
Sieh an!
"Du weißt aber schon, dass man im Fernsehen immer nach 5 kg mehr aussieht?", fragt mich Kollegin W. Klar, weiß ich - ich seh mich aber jeden Morgen im Badezimmerspiegel und bin daher Kummer gewohnt.
"Und dir ist klar, dass man sich da unendlich blamieren kann?", fragt Kollegin W. weiter. Ja - ich bin seit mehr als 18 Jahren Mutter, mir ist so gut wie gar nichts mehr peinlich.
Und dann hab ich uns als Team zum Kandidatencasting bei einem TV-Quiz des Lokalsenders angemeldet. Wir stehen beide beruflich unter großer Anspannung, nun musste ein bisschen Spaß einfach mal sein.
Samstag, 12.50 Uhr sind wir in den Sender eingeladen.
edda.
19:38 Veröffentlicht in Allerleier | Permalink | Kommentarstatus (2) | Per Email verschicken
30.01.2010
Raspel
Ich finde Rohkost wird ja völlig überbewertet.
Meinem Neujahrsvorsatz folgend, der da lautete "Immer mit Rohkost und Dessert" fabrizierte ich heute erstmal einen schönen Ofenpfannkuchen mit versunkenen Erbsen und Serranoschinken.
Dazu sollte es Möhren-Apfel-Raspel geben, doch mitten in der Raspelei - ich benutzte das Höllenteil, das DerGatte von einer Messer mitgebracht hatte, so ein Ding, mit dem man Gemüse in wirklich viele Formen schnitzen kann, eine schöner als die andere - und weil ich meinte, ich könne locker auf Fingerschutz verzichten, fuhr eine der zigtausend Klingen über meine Daumenkuppe und schnitt diese samt einem Gutteil des Daumennagels ab. In die Rohkost. Ist das mit Fleischeinlage und auch noch extra knackig.
Wir speisten zunächst einmal, ich mit links, denn die rechte Hand hielt ein frisches Küchenhandtuch fest umklammert. Dann legte DerGatte einen Erstverband an. Als an diesem nach kurzer Zeit das Rot schon durchkam, rief in kurz in der Renitenz-Klinik an und frug, ob sie sich das mal anschauen würden. Na klar.
So kam es, dass es zum Dessert einen sterilen Verband und eine Paracetamol-Tablette gab. Der Verband war eindrucksvoll und mindestens für eine Woche Arbeitsunfähigkeit gut.
Hat aber nur genervt, inzwischen hab ich mir selbst ein kleineres Pflaster geklebt und einen Gummifingerling drüber gemacht. Mit dem dicken Daumen konnte ich schließlich mein Laptop nicht gut bedienen, und das geht ja mal gar nicht.
Allerdings möchte ich zu gerne meine FrauMu mal anrufen und ihr von meiner Schwerstversehrung berichten. Ich wette, sie hat was, was viel schlimmer ist als so einer lächerliche appe Daumenkuppe. Ich wette, sie kennt Menschen, die mit appen Gliedmaßen noch einen Marathon gelaufen sind oder wenigstens den Kilimandscharo erwandert haben. *hihi* Ganz zu schweigen von ihrer eigenen Fußverletzung von neulich. Oh nee, diese Dose mit Würmern will ich bestimmt nicht öffnen.
Also, alles wieder gut. Und das Essen war lecker!

edda.
20:20 Veröffentlicht in Einerleier | Permalink | Kommentarstatus (4) | Per Email verschicken
28.01.2010
So sieht's aus
Das Label zu meinem Strickwerk

edda.
16:43 Veröffentlicht in Einerleier | Permalink | Kommentarstatus (2) | Per Email verschicken
22.01.2010
Entwicklung
Ist doch sonderbar und über die Maßen erstaunlich, dass das, was ich vor zwei Jahren quasi als Begleittherapie begann (Socken stricken), inzwischen so weit gediehen ist, dass mein Strickwerk in einer Kinderboutique in der hessischen Landeshauptstadt verkauft werden soll. Wenn das keine dynamische Entwicklung ist, dann weiß ich auch nicht.
edda.
18:58 Veröffentlicht in Einerleier | Permalink | Kommentarstatus (4) | Per Email verschicken
19.01.2010
Sie lebt!
FrauMu in ihrem weisen Ratschluss lässt die Pute am Leben! Bravo, es geschehen noch Zeichen und Wunder. Als Ausgleich habe ich mir auserbeten, dass sie nun einen Frankfurter Kranz - mindestens 5-schichtig - herstellen *muss*.
Ich bin fies, ich weiß.
edda.
18:32 Veröffentlicht in Mancherleier | Permalink | Kommentarstatus (1) | Per Email verschicken
17.01.2010
Putenoper
Meet the New Year, same as the old year. Da hab ich auch erst Ende Januar gemerkt, dass das so genannte Neue Jahr schon wieder ganz schön alt war.
So auch hier - und manche Dinge ändern sich nie. So auch die alljährlich Putenoper, starring FrauMu.
Es beginnt damit, dass FrauMu IMMER zu Weihnachten eine Pute brät mit allem Zipp und Zapp dabei (Vorsuppe, Rotkohl, Klöße etc.pp plus Extra-Zubereitungen für eine Veganerin!). Die ganze Familie rauscht an. Kein Problem, so lange die Familie überschaubar ist, denn das Esszimmer bei FrauMu ist es auch. Eher sogar klein.
Nun wächst aber so eine Familie und von den gegenwärtig 11 Personen, die Pute essen sollen, sind 7 deutlich über 1,85 m groß. Das gleicht einem Giraffentreffen in einem Vogelkäfig.
Jedes Jahr versucht irgendein Teil der Familie, sich zu drücken, um die Veranstaltung zu entzerren und räumliche Entlastung zu schaffen.
Das ist die eine Sache!
Die zweite ist, dass FrauMu inzwischen schon 4 Wochen vor dem Weihnachtsessen an den Knöppen dreht und sich elend viel Stress macht, um auch ja alles zu schaffen. Nun ist sie mittlerweile 81 und es kann einfach nicht mehr so sein wie vor 10 oder 20 Jahren. Es ist für sie Stress und der hört auch am Tag des Essens nicht auf. Sie springt dermaßen hektisch zwischen Esstisch und Küche hin und her, dass wirklich KEINEM mehr das Essen schmeckt. Ehrlich, selbst bei gutem Willen nicht. Und es kann doch auch niemandes Absicht sein, dass eine sich schier umbringt, während die anderen zehn ihre Mahlzeit genießen sollen.
So begann man langsam, die Aufgaben zu verteilen. Sehr zu FrauMu's Verdruss, denn sie mag nix abgeben, weil es an ihrer Ehre kratzt anscheinend. So machte mein Bruder schon mal die Suppe, ich schon mal den Nachtisch ioder den Kuchen usw.
Dennoch war es im letzten Jahr (2008) wieder so schrecklicher Stress, dass FrauMu am frühen Vormittag des Festtages eine schauerliche Panikattacke ereilte, so dass mein Bruder anreisen musste, um das Essen zu richten.
Da beschlossen wir als Kinder, dass wir das SO nicht mehr wollen.
Meine Schwester entwarf das Modell: Wir feiern und essen alle am Deich, gekocht und gebacken wird von Familie H., die Getränke und alles andere stellt Familie Holland. Mein Bruder und seine Frau haben sich eh nach den Niederlanden verdrückt.
Alles gut und schön und zur Zufriedenheit. Nur: FrauMu will ihren Puter braten! Und zwar anlässlich ihres Geburtstages am 22. Januar. Nun dreht sie schon seit Silvester wieder an den Knöppen, hat den Termin zum Putenessen schon um eine Woche verschoben und stresst sich weiter über die Maßen.
Ich hab sie dann vorgestern angerufen und ihr eine goldene Brücke gebaut, sie gebeten, sich zu überlegen, ob sie nicht auf die Pute verzichten kann. Es käme doch schließlich auf ihren Geburtstag an und das Familientreffen und nicht auf die Pute. Sie heult, sie weint, sie weiß nicht, was sie tun soll. Große Oper! Putenoper! Ich hab auf sie eingeredet wie auf ein krankes Kalb, aber selbstverständlich wird sie es so auffassen: "Böse Tochter will meine Pute nicht!"
Okay, sie hat sich seither noch nicht wieder gemeldet, wie es weiter gehen soll. Entweder sie verzichtet auf die Pute und gibt Ruhe oder sie zieht es durch und jammert weiter rum, dass ihr alles zu viel ist.
Falls sie die Pute fliegen lässt, werde ich zur Feier erscheinen. Falls nicht, werde ich nicht erscheinen. Das weiß sie aber natürlich nicht. Ich denke, sie wird sich für die Variante "Lieber Stress als Langeweile" :) entscheiden.
edda.
14:31 Veröffentlicht in Mancherleier | Permalink | Kommentarstatus (3) | Per Email verschicken
28.12.2009
Frieden
Ja, doch, die Weihnachtsfeiertage waren toll und ausgesprochen sehr gelungen. Heute ist mein erster Urlaubstag und ich HASSE! es, wenn ich - noch im Bett liegend - von meinem lieben Gatten nach meinen Plänen gefragt werde. Er weiß das auch, er vergisst es nur immer. Ich habe im Urlaub keine Pläne - am liebsten würde ich, angeschlagen durch einen leichten Infekt mit Hals, Husten und Schnupfen, den ganzen Tag nur das hirnerweichende Programm von RTL und Konsorten schauen, weil ich vielleicht dann mein Kopfweh nicht mehr spüre, welches mein treuer Begleiter seit gut drei Wochen ist. Abends einschlafen mit Kopfweh, nachts damit aufwachen und morgens möchte man schon gar nichts mehr sehen, hören, sagen, PLANEN! müssen, weil die Birne schonwiederimmernoch weh tut.
Dem Gipfel die Krone setzt dann DerGatte auf mit seiner Frage nach dem Mittagessen - Himmelkruzitürken nochmal, ich hab noch nicht mal meinen ersten Morgenkaffee runter, da kann ich doch nichts übers Mittagessen aussagen. Er weiß das auch, er vergisst es nur dauernd. So brülle ich ihn an - mit den angerauhten Stimmbändern leider überhaupt nicht eindrucksvoll, sondern nur ein hysterisches Quietschen. Mist!
Friedensfest ist vorbei!
edda.
10:00 Veröffentlicht in Allerleier | Permalink | Kommentarstatus (0) | Per Email verschicken
22.12.2009
Gospel
Und dann war da noch .... die Kollegin, die mich im Büro erwischte, wie ich gerade lauthals "All I want for Christmas - is you!" schmetterte. Sie meinte, ich hätte eine schöne Gospelstimme.
Ähem - die passende Figur zur Gospelstimme hab ich mit Sicherheit, so viel steht mal fest :)
edda.
12:07 Veröffentlicht in Allerleier | Permalink | Kommentarstatus (1) | Per Email verschicken
19.12.2009
Aha!
"Aha, soso!", sprach DerGatte auf meine Ansage: "Ich nehm 150 und machs dafür ein bisschen länger."
Männo - die Ente im Ofen.
Was ihr immer denkt!
edda.
17:27 Veröffentlicht in Zweierleier | Permalink | Kommentarstatus (0) | Per Email verschicken
17.12.2009
Nicht
Nein, ich bin nicht krank, nicht tot, nicht maulig oder es geschieht nichts. Ich hab nur schlicht und einfach zur Zeit keine rechte Lust, ins blog zu schreiben.
In der Arbeit lieg ich praktisch in den letzten Jahreszügen - muss zwar noch bis zum 23. arbeiten, aber lass alles ein wenig ablaufen und runterfahren. Nur das Nötigste.
Draußen tobt der Weihnachtswahnsinn, aber ich habe meine Geschenke bereits seit Herbstanfang fertig. Gerne würde ich den einen oder anderen Weihnachtsmarkt mal besuchen für allerlei kleinen Unsinn, den man noch zusätzlich verschenken kann - allein: entweder das Wetter passte nicht oder meine Motivation war zu gering. Ich fürchte, das wird sich auch nicht mehr ändern. Ich trotte so auf Weihnachten zu wie der Esel zum Stall mit der Krippe :).
edda.
16:50 Veröffentlicht in Einerleier | Permalink | Kommentarstatus (0) | Per Email verschicken
02.12.2009
Alle Jahre wieder - Blaue Kladde 2009, Letzter Tag
Letzter Seminartag - schon vor dem Frühstück packe ich mein Zimmer und verfrachte meine Sachen ins Auto. Dorit beginnt den Seminartag mit dem Verlesen einiger Gedichte, die sich mit dem Thema "Grenzen" beschäftigen. Es ist wie immer: Fried wird geliebt, Goethe toleriert, bei Hebbel fängt es schon an zu hapern mit dem Verständnis. Irgendwie scharrt die Gruppe schon in den Startlöchern und schweift immer wieder vom Thema ab.
Da - im Garten wird ein Mäusebussard gesichtet, alles klebt an der Scheibe, *woah*, Naturerlebnis! Ich schwör, ich hab erwartet, dass Rolf einen Feldstecher aus seinem allfälligen Moderationskoffer zieht, aber er enttäuscht mich. Die depressive Hulda mault "Eigentlich sind da ZWEI Bussarde, aber einer ist grad nicht da."
Dorit holt uns auf Kurs zurück und verteilt Gruppenaufgaben, deren Ergebnisse später im Plenum zusammen getragen werden. Sie schiebt auch eine vorgezogene Abschlussrunde ein, in der einige Seminaristen sehr deutlich machen, dass sie aber möglichst schnell nach Hause wollen. "Wann gibt es die Bescheinigung?", "Ich hab Termine", "Ich muss aber los" usw.
Hardy räkelt sich genüsslich und verkündet uns, dass er sich sehr darauf freut, ab heute nachmittag wieder Tee, Gebäck und Pantoffeln von seiner Gattin kredenzt zu bekommen.
Die destruktive Hulda erzählt, dass sie zwanzig Jahre in der Psychiatrie gearbeitet habe, was einige ihrer Verhaltensweisen in ein ganz neues Licht rückt.
Dann geht es zum Mittagstisch und Rolf zeigt uns ein letztes Mal sein überdimensionales Lätzchen, welches sich über seinem beachtlichen Bauch spannt. Lotti, seine Bildungsurlaubspartnerin, hat es ihm geschenkt und er trägt es mit Würde.
Im anschließenden Plenum erhalten wir eine letzte Reflektionsmöglichkeit unter der Fragestellung "Was nehme ich mit? Was möchte ich umsetzen? Was hat mir gefallen? Was habe ich in Erinnerung?" - weil die meisten aber auf Abreise jiepern, wird die Runde recht unergiebig. Wir verabschieden Dorit mit einem kleinen Geschenk und uns von einander. Danach gibt es die *Zeugnisse* und
DAS WAR'S!
Im kommenden Jahr werde ich sicherlich wieder Bildungsurlaub machen, mir aber möglichst einen fachbezogenen Kurs aussuchen. Ich freu mich schon.
edda.
10:56 Veröffentlicht in Allerleier | Permalink | Kommentarstatus (4) | Per Email verschicken
30.11.2009
Alle Jahre wieder - Blaue Kladde 2009, Tag 4
Am heutigen Morgen folgt dem Kinobesuch natürlich die Nachbesprechung, besonders auch für diejenigen, die wie ich nicht mit gegangen waren. Erstaunlich, wie unterschiedlich verschiedene Menschen trotz enger Vorgaben Filmszenen betrachten, auffassen und wieder geben. Zur Sicherheit lese ich mir die Kurzfassung des Streifens noch einmal bei der Wikipedia nach.
Das gruppendynamische Phasenmodell sieht für den 3. und 4. Tag Streit und Zwist in der Gruppe vor und diese lassen auch nicht lange auf sich warten. Nachdem der praktisch gehörlose knapp 80-jährige Richard mich zum vierten Mal unhöflichst von der Seite anblafft, verbitte ich mir seinen Tonfall energisch. In der nachfolgenden Pause bedanken sich einige Seminardamen bei mir. Dorit nimmt unseren Wortwechsel auf und betont gegenüber Richard, dass gewisse Umgangsformen in Tun und Ton doch wohl obligat seien und legt ihm eine Entschuldigung nahe. Er hat aber anscheinend seine Hörgeräte nicht auf Empfang, es kommt keine. Alter Mann, geh sterben kacken, denk ich mir.
Weil gestern durch die Kinofahrt *Überstunden* entstanden sind, haben die Seminarist/-innen bei Dorit für heute eine lange Mittagspause ausgehandelt. Man will sich um 17 Uhr im berüchtigten Seminarraum 6 zu einer Entspannungseinheit treffen, Dorit lädt ein zu einer Traumreise. Ich melde mich ab und schleiche mich gegen 17.30 in die getäfelte Kuschelhöhle unterm Dach juchee. Da liegt er, mein persönlicher Kuschelalbtraum, wie gestrandete Wale, eingewickelt in die leicht müffelnden (weil von jedem Kuschelbedüftigen, der jemals hier entspannte, benutzte) Wolldecken des Hauses. Ich mach die Tür schnell wieder zu. Später lass ich mir erzählen, dass einige (vermutlich Männer) beim Entspannen eingeschlafen seien, was sich durch leises Schnarchen ausmachen ließ. Das spricht für einen gelungene Entspannungsphase.
Im anschließenden Plenumsgespräch greift Dorit nochmals den Vorfall zwischen Richard und mir auf. Wäre von mir aus nicht notwendig gewesen. Für Richard sowieso nicht, der weiß gar nicht, was Dorit von ihm will, als sie ihn nochmals fragt, ob er noch etwas dazu sagen möge. Nö. Was denn auch?
Ich lerne ein neues Wort: Selektive Authentizität - und eigentlich weiß ich bis jetzt nicht, was das mit dem Wortwechsel von heute früh zu tun haben soll.
edda.
18:32 Veröffentlicht in Allerleier | Permalink | Kommentarstatus (0) | Per Email verschicken
29.11.2009
Alle Jahre wieder - Blaue Kladde 2009, Tag 3
Bereits in der Nacht plagen mich heftige Halsschmerzen, eine fette Angina kündigt sich an. Daher fahre ich nach dem Frühstück erst einmal in den Ort und besorge mir Entsprechendes aus der Apotheke. Ich trödel zugegebenermaßen auch etwas herum, fühle mich matt und grippig.
Zurück im Gruppenraum setze ich mich zu einer Gruppe, die gerade gemeinsam an der Aufgabe "Wie erkenne ich Energiefresser und wie begegne ich ihnen?". Die Ergebnisse werden dann im Plenum zusammen getragen und diskutiert.
Ich döse weg zwischen der deprimierten Hulda, die das Seminar ausschließlich durch Äußerungen außerhalb des Protokolls bereichert. Leise und mit vielen Zischlauten versehen kommentiert sie und verbreitet ihren Unmut. Gero poltert herum, Holger kann sich meinen Namen nicht merken und nennt mich Hedda, Hella, Ella oder Ela (spontane Darmbewegung meinerseits). Der rührige Rolf schwatzt plätschernd, ich habe Mühe, meine Augen offen zu halten. Das Gespräch kommt von Hölzchen auf Stöckchen und Dorit muss sehr energisch werden, um ihre Seminaristen wieder auf den thematischen Kurs zu bringen. Gero mault und kündigt an, wenn er nichts sagen dürfe, werde er das ab jetzt nicht mehr tun. Hoffnung leuchtet auf in den Augen der weiblichen Seminaristen.
Nach der Mittagspause fährt die Gruppe ins Oberzentrum, um sich einen Film, der zum Seminarthema passt, anzuschauen. Ich melde mich bei der Kursleitung krank und verziehe mich mit Buch und Medikament ins Bett.
edda.
13:32 Veröffentlicht in Allerleier | Permalink | Kommentarstatus (0) | Per Email verschicken
28.11.2009
Alle Jahre wieder - Blaue Kladde 2009, Tag 2
Der zweite Seminartag beginnt (nach einer unruhig verbrachten Nacht, neues Bett, nicht vertraute Geräusche, viele Eindrücke) im Plenum mit der sogenannten *Resterunde*, einer Konstante, die in fast jeder Veranstaltung dieser Art auftaucht. Was ist geblieben von gestern, gibt es ungeklärte Fragen? Ich bringe noch einmal meine Frage nach der Strickmöglichkeit ein, kriege aber harsch eins übergebraten. Gut, gut, ich habe verstanden.
Dorit referiert über biologische Rhythmen, was sehr lehrreich ist. Es ist der zweite Tag, das gruppendynamische Phasenmodell sieht vor, dass die Gruppe an Themen arbeitet, sich findet, die Leitung akzeptiert, dass sich aber auch erste Alphatierchen zeigen. Unsere Alphatierchen zeichnen sich durch das Tragen von Badelatschen aus, sorry, es ist nun mal so. Überhaupt beobachte ich im gesamten Tagungshaus eine gewisse Laxheit im Kleidungsstil der Herren - da sieht man mehrheitlich Adiletten, Joggingklamotten und und allerlei Ausgewohntes. Ob die in der Arbeit auch so rumlaufen? "Unsere" Damen kleiden sich so, dass sie problemlos präsentabel sind, manche wechseln die Kleidung sogar mehrmals am Tag.
Zum Aufmuntern gibt es dann eine Bewegungspause - Dorit bringt nacheinander 16 Tennisbälle in die Runde, die durch Hin- und Herwerfen zum Partner alle in der Luft gehalten werden müssen. Schöne Auflockerung, die überraschenderweise ganz gut klappt. Als wir erschöpft in unsere Stühle zurück sinken, erwähnt Dorit, dass der Wunsch nach Entspannung aus der Gruppe geäußert worden sei und kündigt uns an, dass sie mit uns später am Tag eine Traumreise in der hölzern getäfelten Kuschelhöhle (= Seminarraum 6!) machen werde. Ich schaudere innerlich.
Rolf liest uns dann den unsäglichen *Wie haben wir Kinder in der 50er Jahren eigentlich überlebt?*-Text vor. Überhaupt scheint er seinen eigenen Moderationskoffer dabei zu haben, aus dem er nach Belieben dies oder jenes hervorzaubert, was er sich beim jahrelangen Besuch von Bildungsurlauben zusammen gesammelt hat. Die Reaktion der Gruppe auf den Text "Toll!", obwohl es auch einige gibt, die ihn nicht so unterschreiben wollen.
Die Gruppenaufgabe für den nächsten Abschnitt besteht in einem kleinen Fragebogen zum Thema "Grenzen". Ich lande in einer Gruppe mit Gero und Holger, Alphatierchen. Holger macht gleich den sensationellen Vorschlag, den Fragenkatalog zu ignorieren und die Aufgabe in einem kurzen Rollenspiel zu lösen. Ich bin begeistert, besonders weil ich für kleine Abwechslungen immer gut zu haben bin. Wir spielen also "Mönch und Samurai". Die Gruppe versteht nicht, dass wir die Aufgabe ganz kongenial gelöst haben, aber wir sind dennoch stolz auf unsere kreative Präsentation.
Im anschließenden Block bringt Dorit uns das "Werte- und Entwicklungsquadrat" (nach Schulz v. Thun, 1989 - http://www.schulz-von-thun.de/mod-wertquad.html) nahe. Äußerst interessant! Mit diesem schwer verdaulichen Brocken werden wir in die Mittagspause entlassen. Das Tischgespräch bestreitet der joviale Rolf - er erklärt uns, dass man Munition für Kalaschnikoff-MGs ganz einfach selbst herstellen kann. Mia und ich schauen uns an und nehmen uns laut vor, beim nächsten Langeweileanfall sofort die Munitionsbastelei zu beginnen, bei ebay gäbe es gewiss alles, was wir dafür benötigen.
Rolf erzählt uns dann noch von einem seiner zahlreichen Seminare, es sei um Tibet gegangen, da hätte die Küche dann abends ein tolles chinesisches Büffet vorbereitet und das habe so gut zum Thema gepasst. *hust*, klar doch, denke ich mir. Als Lotti dann noch schildert, wie sie mit Rolf die Eröffnung der Olympischen Spiele in Japan 2008 ("Na ja, Japan, China, die Ecke halt ...") im TV verfolgt hat, muss ich mich in mein Zimmer verabschieden, weil ich kein ernstes Gesicht mehr halten kann.
Am Nachmittag findet sich die Gruppe wieder zusammen, es gibt nochmals eine Fragerunde: "Was war neu für mich? Woran möchte ich (weiter) arbeiten? Was war wichtig?". Gero ist das "alles zu viel Psychologie hier", und das Wort hört sich aus seinem Mund sehr schmutzig an. Corinna ist "alles zu abstrakt, ich brauch mehr Praxisbeispiele" und Rolf findet Dorits Methoden "zu umwegig", er hat es gerne geradeaus aufs Ziel zu, welches er natürlich längst in Auge hat.
Dorit geht über zum Thema "Energie" und weiht uns in die biologischen Hintergründe ein. Danach Gruppenaufgabe "Wer/ was liefert uns Energie? Wer/ was zieht uns Engergie ab?". Im Plenum folgt eine heftige Diskussion, wobei sich die Alphatierchen lautstark bemerkbar machen. Beim Entlassen in den Abend vernehme ich leichtes Murren seitens der Beta- und Gammatierchen. Die Entspannung in der Kuschelhöhle entfällt - der Raum ist bereits belegt. Nun ja, kein großer Verlust für mich.
edda.
13:12 Veröffentlicht in Allerleier | Permalink | Kommentarstatus (0) | Per Email verschicken
27.11.2009
Alle Jahre wieder - Blaue Kladde 2009, Tag 1
Alle Jahre wieder im Herbst gebe ich mir eine Seminarwoche in Form von Bildungsurlaub. Etwas zeitlich und thematisch Passendes fand ich beim Anbieter des vergangenen Jahres im gleichen Seminarhaus, da weiß frau, was sie hat, also frisch gebucht.
10.30 Uhr ist Seminarbeginn, ich hatte bereits angekündigt, später zu erscheinen, da ich zuvor noch eine Besprechung in meinem Institut hatte. 12.10 Uhr öffne ich die Tür des Seminarraumes und trete ein.
Man ist gerade am Schluss der *Vorstellungsrunde*, die hier und heute mal nach dem Motto "Welches Schweinderl hätten S' denn gerne?" abgeht: ohne sich vorher zu kennen, nur vom ersten Eindruck her sollen die Seminaristen in der großen Runde ihre Vermutungen reihum zu einem Einzelnen äußern. Es darf geraten werden,
- welchen Namen der/diejenige trägt
- welchen Beruf er/ sie hat/te
- welche Hobbies er/sie hat
- was die Person ins Seminar mit bringt
Da ich frisch hinzu gekommen und daher die letzte zu Ratende bin, haben die anderen genau eine Minute, sich was zu mir zusammen zu reimen.
- Ich heiße vermutlich: Elke, Birgit, Silvia oder Manuela
- Mein Beruf ist vermutlich: etwas mit Menschen, mit Kindern, Beratung, Sozialpädagogin, etwas Kreatives, etwas mit Mode
- Meine vermutlichen Hobbies: eine Katze, Singen im Chor, Musik, etwas Buntes, etwas mit Computern
- Ich bringe ins Seminar ein: frischen Wind, Fröhlichkeit, Munterkeit, gute Laune, Lachen, Spaß
Aha! Schön, wie ich auf den ersten Blick wirke. Freut mich wirklich!
Durch den fulminanten Auftakt habe ich kaum Zeit, auf die anderen Seminaristen zu schauen. Ich frage, ob ich während des Seminars stricken darf. Lotti ist dagegen, weil sie Stricken mit jammenden und wechseljahresgeplagten Frauen in Verbindung bringt. (In Sachen *Jammern* kann ich sie beruhigen). Gero fragt provokativ zurück, ob er dann auch Skat spielen dürfe.
Nunja. Lassen wir das. Dorit, die Seminarleitung möchte das Thema später nochmals aufgreifen.
Dann ist Mittagspause, ich brauch Geld, meine letzten Moneten hab ich für den Extra-Tarif, den ich fürs Einzelzimmer berappen muss, ausgegeben. Ich fahr in den Ort, zur Sparkasse, gehe einmal die Hauptstraße auf und ab und vergleiche das Terrain mit meinen Eindrücken vom letzten Jahr. Alles etwas belebter, scheint mir. Nebenbei erstehe ich eine traumschöne Jacke im Stil von Donna Karans "The Cozy".
Zurück zum zweiten Seminarteil des 1. Tages. Jemand hat in unserem Raum die unerlässliche *Mitte* gebastelt. Die hatte ich auch schon vermisst, aber Bildungsurlaubstouristen sind zuverlässige Kantonisten. Die Mitte besteht aus Steinen, Ilex- und Efeuzweigen, dem unvermeidlichen Stück Totholz und der ebenso unvermeidlichen Kerze. Ich werde niemals verstehen, warum man putzmunteren Ilex und Efeu aus dem Leben reißen muss, um ihn in einem Raum zu tragen, wo sie als *Mitte* fungieren sollen.
Impulsfrage von Dorit "Was sollte hier geschehen, damit ich sagen kann, *Es war gut, hier gewesen zu sein*?". Jeder überlegt für sich, dann werden die Antworten gesammelt. Die meisten wünschen sich:
- Etwas Neues erfahren
- Offene Gespräche
- Spaß und Humor
Wir erinnern uns: der 1. Tag ist gemäß dem gruppendynamischen Phasenmodells derjenige, in dem sich beschnuppert wird. Alles ist gut. wir sprechen dann noch über die Rhythmik des eigenen Lebens, verallgemeinern daraus einige Grundzüge, Dorit (Naturwissenschaftlerin) erklärt uns den biologischen Hintergrund und warum das alles so sein muss. Hardy plaudert frei aus dem Nähkästchen und klärt uns über seine ehelichen Rhythmen auf: seine Gattin nämlich serviere ihm jeden Tag, wenn er von der Arbeit nach Hause kommt, eine Tasse Tee mit etwas Gebäck, dazu bringe sie ihm seine Pantoffeln. Ich staune.
Danach ist Schluss, Abendessen, ich verzieh mich auf mein Zimmer, stricke und lese. Zum Lesen komme ich im Alltag leider kaum noch, also nutze ich den Urlaub. Der Rest der Gruppe trifft sich im Bierkeller zum Skatspielen und zum Socializing. Gute Nacht!
edda.
15:29 Veröffentlicht in Allerleier | Permalink | Kommentarstatus (0) | Per Email verschicken
21.11.2009
Gesammeltes eines halben Wochenendtages
- Vor dem Aufstehen schon zwei Bücher geschrieben und zwei Vorträge mit PowerPoint Präse gehalten. Im Kopf.
- Vorm Anziehen eine Jeans geflickt.
- Anschließend gegen offene Schranktür gerannt und diese aus dem Scharnier gehebelt. Muss geleimt werden. Besser die Tür als ich.
- Superschnelle und superleckere Pasta Carbonara für den JE gemacht, der gleich *von eins bis eins* gen Rostock aufbricht und mit Kohlenhydraten versorgt werden muss.
- Dabei drittes Buch geschrieben. Im Kopf. "Superschnelle und superleckere kohlenhydratreiche Ernährung für junge Leistungssportler".
- Das Wort "Danke!" aus JE-Mund nur ganz leise vernommen. Er meint, sein guter Wille zähle mehr als Lautstärke.
- Sich zum Gesang von *Living Doll* ein paar Euros aus dem Steiß leiern lassen. Der JE got himself a crying, walking, sleeping, talking bankomat. That's moi.
Will ich für den Rest des Wochenendes noch irgendwas machen? Nö. Bzw. nur noch was für mich selbst.
edda.
13:04 Veröffentlicht in Allerleier | Permalink | Kommentarstatus (0) | Per Email verschicken
19.11.2009
Kein Nichts, gar nichts, nur
Keine Schweinegrippe, keine Katastrophen, nur viel Arbeit und viele Strickaufträge. Ich komme zur Zeit nicht zum Blogschreiben.
Aber in der kommenden Woche - da hab ich nämlich Bildungsurlaub und werde meine blaue Kladde füllen. Transkriptionen sind dann auf jeden Fall - je nachdem, ob ich einen Laptop mitnehme oder nicht - zeitnah zu erwarten.
edda.
10:38 Veröffentlicht in Zweierleier | Permalink | Kommentarstatus (0) | Per Email verschicken


